Zuzahlungen zu Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen 2018 - Krankenkassenvergleich und Gehaltsrechner 2018 für mehr Netto vom Brutto

Direkt zum Seiteninhalt

Zuzahlungen zu Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen 2018

gesetzliche KRANKENKASSEN > Leistungen

Grundsätzlich wird bei allen Leistungen eine Zuzahlung von 10 Prozent der Kosten erhoben.

Maximal allerdings 10,00 Euro, mindestens aber 5,00 Euro.

Wenn die Kosten unter 5,00 Euro liegen, ist nur der tatsächliche Preis zu zahlen.

Zuzahlungen werden fällig ...

... beim Arztbesuch

Nein, keine Zuzahlung, weil es ab 2013 keine Praxisgebühr mehr gibt.

... bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und Verbandmitteln

Zuzahlung von 10 Prozent des Preises, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Arzneimittel.

Beispiele:
Ein Medikament kostet 10,00 Euro. Die Zuzahlung beträgt den Mindestanteil von 5,00 Euro.
Ein Medikament kostet 75,00 Euro. Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent vom Preis, also 7,50 Euro.
Ein Medikament kostet 120,00 Euro. Die Zuzahlung ist auf den Maximalanteil von 10,00 Euro begrenzt.

... bei Heilmitteln und häuslicher Krankenpflege

Zuzahlung von 10 Prozent der Kosten des Mittels bzw. der Leistung zuzüglich 10,00 Euro je Verordnung (bei häuslicher Krankenpflege auf 28 Tage pro Kalenderjahr begrenzt).
Beispiel:
Wenn z. B. auf einem Rezept sechs Massagen verordnet werden, beträgt die Zuzahlung 10,00 Euro für diese Verordnung und zusätzlich 10 Prozent der Massagekosten.

... bei Hilfsmitteln

Zuzahlung von 10 Prozent für jedes Hilfsmittel (z. B. Rollstuhl), jedoch mindestens 5,00 Euro und maximal 10,00 Euro. In jedem Fall nicht mehr als die Kosten des Mittels.
Ausnahme: Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind (z. B. Windeln bei Inkontinenz): Zuzahlung von 10 Prozent je Verbrauchseinheit, aber maximal 10,00 Euro pro Monat.

... im Krankenhaus

Zuzahlung von 10,00 Euro pro Tag, aber begrenzt auf maximal 28 Tage pro Kalenderjahr.

... bei der stationären Vorsorge und Rehabilitation

Zuzahlung von 10,00 Euro pro Tag, bei Anschlussheilbehandlungen begrenzt auf 28 Tage.
Tage für vorhergehende Krankenhausaufenthalte werden bei Anschlussheilbehandlungen mit angerechnet.

... bei der medizinischen Rehabilitation für Mütter und Väter

Zuzahlung von 10,00 Euro pro Tag.

... bei einer Soziotherapie, bei Inanspruchnahme einer Haushaltshilfe

Zuzahlung von 10 Prozent pro Tag, jedoch höchstens 10,00 Euro und mindestens 5,00 Euro.

... beim Zahnersatz

2005 wurden befundbezogene Festzuschüsse eingeführt.

... bei Fahrkosten

Fahrkosten zur ambulanten Behandlung werden grundsätzlich nicht mehr von der Krankenkasse übernommen.
Wenn es zwingende medizinische Gründe gibt, kann die Krankenkasse in besonderen Fällen eine Genehmigung erteilen und die Fahrkosten übernehmen. Bei genehmigten Fahrten müssen 10 Prozent, aber höchstens 10,00 Euro und mindestens 5,00 Euro pro Fahrt zugezahlt werden. Dies gilt auch für die Fahrkosten von Kindern und Jugendlichen.

Belastungsgrenzen

Alle Zuzahlungen werden für das Erreichen der Belastungsgrenze berücksichtigt. Daher müssen alle Zuzahlungsbelege gesammelt werden.
Die jährliche Eigenbeteiligung der Versicherten darf 2 Prozent der Bruttoeinnahmen nicht überschreiten.
Für chronisch kranke Menschen gilt eine Grenze von 1 Prozent der Bruttoeinnahmen.
Für Familien verringert sich die Belastungsgrenze durch die Kinderfreibeträge und gegebenenfalls den Freibetrag für den Ehepartner.
Bei Beziehern von Sozialhilfe gilt der Regelsatz des Haushaltsvorstands als Berechnungsgrundlage für die Belastungsgrenze, weshalb die Freibeträge nicht veranschlagt werden können.

Wenn man seine Belastungsgrenze erreicht hat, stellt auf Antrag die jeweilige Krankenkasse für das Kalenderjahr eine Befreiung aus.

Einen ausführlichen Artikel zu den Möglichkeiten einer Befreiung von Zuzahlungen hat die Verbraucherzentrale NRW veröffentlicht:


Befreiung für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sind generell von Zuzahlungen befreit.

Bonusregelung

Wer aktiv Vorsorge betreibt und an qualitätsgesicherten Präventionsmaßnahmen teilnimmt, kann von seiner Krankenkasse einen finanziellen Bonus bekommen. Das kann eine teilweise Befreiung von den Zuzahlungen oder auch eine Ermäßigung des Beitrags sein. Das gilt auch für Versicherte, die an einem Hausarztsystem, an einem Chronikerprogramm oder an einer integrierten Versorgung teilnehmen.

Zurück zum Seiteninhalt