Krankenkassen - Änderungen ab 2015 - Krankenkassenvergleich und Gehaltsrechner 2017 für mehr Netto vom Brutto

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Krankenkassen - Änderungen ab 2015

>> gesetzliche KRANKENKASSEN

Am 24.07.2014 ist im Bundesgesetzblatt das Gesetz zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung verkündet worden (Link zum GKV-FQWG im Bundesgesetzblatt).
Das Gesetz tritt in wesentlichen Teilen am 01.01.2015 in Kraft.

=> Infos zu Zusatzbeiträgen ab 2015   => Krankenkassenliste Zusatzbeiträge


Hier finden Sie Fragen und Antworten des Bundesministerium für Gesundheit zum GKV-FQWG vom 11.07.2014:

Welche Erleichterungen ergeben sich für die Mitglieder der Krankenkassen?


Zum 1. Januar 2015 wird der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung von heute 15,5 Prozent auf künftig 14,6 Prozent gesenkt. Die Hälfte, also 7,3 Prozent, trägt der Arbeitgeber und die andere Hälfte die Arbeitnehmer. Der bisherige Sonderbeitrag von 0,9 Prozent, den die Krankenkassenmitglieder alleine zahlen müssen, entfällt. Genauso entfällt der pauschale Zusatzbeitrag, den eine Krankenkasse bisher erheben kann. Das erspart den Mitgliedern, den bürokratischen Aufwand bei der Zahlung der Zusatzbeiträge. Zudem entfällt das bürokratische Verfahren bei der Durchführung des Sozialausgleichs.

Künftig kann jede Krankenkasse einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben. Wie hoch der Zusatzbeitrag ausfallen wird, hängt davon ab, wie wirtschaftlich eine Kasse arbeitet. Einige Krankenkassen werden mit ihrem Zusatzbeitrag weiterhin bei 0,9 Prozent liegen, so dass sich für die Versicherten nichts ändert. Andere Kassen stehen finanziell so gut da, dass sie ihre Versicherten durch einen niedrigeren Zusatzbeitragssatz entlasten können. Wieder andere werden ihren Zusatzbeitrag erhöhen. Allgemein gilt: Erhebt oder erhöht die Krankenkasse den Zusatzbeitrag, haben ihre Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht und können ihre Krankenkasse dann unkompliziert wechseln. Das Gesetz sorgt dafür, dass für diesen Fall die Mitglieder mit einem gesonderten Schreiben ihrer Krankenkasse auf ihr Kündigungsrecht und das Informationsangebot des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen über die Zusatzbeiträge aller Krankenkassen hingewiesen werden. Das erhöht den Anreiz der Krankenkassen, im Wettbewerb um Versicherte eine qualitativ gute Versorgung anzubieten und ihre Zusatzbeiträge möglichst gering zu halten, indem sie gut und effizient wirtschaften. Außerdem werden die Krankenkassen dazu gebracht, den Versicherten ihre teilweise nicht unerheblichen finanziellen Reserven zugänglich zu machen. Das ist auch gut für die Versicherten.

Bis zu 20 Millionen Versicherte sind Mitglied einer Krankenkasse, die zur Zeit mit einem niedrigeren Beitrag auskommen und ihre Mitglieder entlasten könnte.

Was ändert sich für die Bezieher von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Personen in Einrichtungen der Jugendhilfe und behinderte Menschen?

Für Bezieher von Arbeitslosengeld wird es zu einer Entlastung kommen.

Für Bezieher von ALG II wird bisher ihr Krankenkassenbeitrag und der pauschale Zusatzbeitrag bis zur Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrags bezahlt. Allerdings mussten sie den Differenzbetrag zwischen dem durchschnittlichem und dem tatsächlichen Zusatzbeitrag ihrer Krankenkasse bisher selbst tragen, wenn die Kasse dies in ihrer Satzung vorsieht. Im neuen System nach dem GKV-FQWG zahlen die ALG II-Bezieher selbst keinen Zusatzbeitrag, auch die Möglichkeit der Erhebung des Differenzbetrags entfällt. Der Bund trägt für ALG II-Bezieher den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz. Für die Krankenkassen entstehen dadurch keine zusätzlichen finanziellen Belastungen, da Einkommensunterschiede in der Mitgliederstruktur über den vollständigen Einkommensausgleich, der ebenfalls mit dem neuen Gesetz eingeführt wird, zwischen den Krankenkassen voll ausgeglichen werden. Für den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für ALG II-Bezieher sieht das Gesetz zudem eine Spitzabrechnung nach Ablauf des Jahres vor. Der zuvor prognostisch ermittelte Beitragssatz wird damit rückwirkend angepasst. Dies stellt sicher, dass der Steuerzahler nicht über Gebühr belastet wird, sondern Zusatzbeiträge für Bezieher von ALG II nur in der tatsächlich erforderlichen Höhe gezahlt werden.

Eine weitere Verbesserung: Bezieher von ALG I müssten nach aktueller Rechtslage den pauschalen Zusatzbeitrag in voller Höhe selbst tragen. Für sie wird künftig der kassenindividuelle Zusatzbeitrag von der Bundesagentur für Arbeit getragen.

Für Personen in Einrichtungen der Jugendhilfe und behinderte Menschen, die an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben teilnehmen, ändert sich nichts. Sie müssen wie bisher keinen Zusatzbeitrag bezahlen. Für diese Personengruppen wird der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz künftig durch die Träger bzw. Einrichtungen bezahlt, die auch schon den allgemeinen Kassenbeitragssatz tragen.


Welche besondere Regelung gilt für Rentner und Versorgungsbezügeempfänger?


Zur Systemumstellung wird den Rentenversicherungsträgern und den Zahlstellen von Versorgungsbezügen eine Übergangsfrist von zwei Monaten eingeräumt. Die neuen kassenindividuellen Zusatzbeiträge gelten für Rentnerinnen und Rentner sowie Empfängerinnen und -empfänger von Versorgungsbezügen umstellungsbedingt daher erstmals ab März 2015. Bis dahin bleibt für sie alles unverändert. Zukünftige Anhebungen oder Absenkungen des Zusatzbeitragssatzes werden für diese Personenkreise jeweils nach einer Übergangszeit von zwei Monaten wirksam.


Gibt es ein Sonderkündigungsrecht, wenn die Kasse den Zusatzbeitrag erhöht?

Ja. Jedes Krankenkassenmitglied hat die Möglichkeit, die Krankenkasse zu wechseln, sobald diese einen Zusatzbeitrag erhebt oder erhöht. Wenn die neuen Regelungen zum 1. Januar 2015 in Kraft treten, haben zu diesem Zeitpunkt alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen ein Sonderkündigungsrecht – es sei denn, die Krankenkasse erhebt keinen Zusatzbeitrag. Die Krankenkassen sind bei jeder Erhebung oder Erhöhung des Zusatzbeitrags verpflichtet, alle Mitglieder anzuschreiben und auf das Sonderkündigungsrecht hinzuweisen. Außerdem müssen sie sie auf das Informationsangebot des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen hinweisen, der eine Übersicht zu den Zusatzbeiträgen der verschiedenen Krankenkassen bereit hält.

Beim Sonderkündigungsrecht muss die Kündigung bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erstmals erhebt oder ihn erhöht. Die Kündigung wird zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirksam. Bis dahin zahlt das Mitglied den einkommensabhängigen Zusatzbeitrag und kann dann in eine andere Krankenkasse wechseln. Das erhöht den Anreiz der Krankenkassen, im Wettbewerb um Versicherte eine qualitativ gute Versorgung anzubieten und ihre Zusatzbeiträge möglichst gering zu halten, indem sie gut und effizient wirtschaften. Außerdem werden die Krankenkassen dazu gebracht, den Versicherten ihre teilweise nicht unerheblichen finanziellen Reserven zugänglich zu machen.


Weshalb bleibt der Arbeitgeberbeitrag auf 7,3 % festgeschrieben?

Ein solidarisches Gesundheitssystem braucht eine gut laufende Wirtschaft. Durch das Festhalten an der Festschreibung des Arbeitgeberbeitrages auf 7,3 Prozent werden die Lohnnebenkosten stabil gehalten und so Arbeitsplätze gesichert.


Welche Erleichterungen ergeben sich für die Krankenkassen?


Das aufwendige Einzugs- und Ausgleichsverfahren des bisherigen pauschalen Zusatzbeitrags und des Sozialausgleichs entfällt. Stattdessen können die Krankenkassen einen kassenindividuellen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben, wenn es für sie wirtschaftlich nötig wird, und erhalten so mehr Beitragsautonomie. Zudem entfällt der Verwaltungsaufwand bei der Prämienausschüttung. Krankenkassen, die bisher Prämien an ihre Versicherten ausgezahlt haben, können ihre Versicherten künftig viel unbürokratischer durch niedrige Beiträge entlasten.


Sind Krankenkassen mit finanziell schwächeren Mitgliedern nicht automatisch benachteiligt?

Nein. Damit die unterschiedliche Einkommensstruktur der Mitglieder der Krankenkassen nicht zu Wettbewerbsverzerrungen für einzelne Krankenkassen führt, ist ein vollständiger Einkommensausgleich für die Krankenkassen vorgesehen, die einen solchen Zusatzbeitrag erheben. Dadurch werden alle Krankenkassen in Bezug auf die Höhe der beitragspflichtigen Einkommen ihrer Mitglieder rechnerisch gleich gestellt. Gleichzeitig wird den Krankenkassen eine verlässliche Haushaltsplanung ermöglicht. So wird dem Anreiz entgegengewirkt, im Wettbewerb um Mitglieder Besserverdienende zu bevorzugen. Der Einkommensausgleich kann mit geringem Verwaltungsaufwand über den Gesundheitsfonds abgewickelt werden und ist ebenfalls einfach und unbürokratisch ausgestaltet. Die Ausgleichszahlungen erfolgen parallel zu den Zuweisungen über den Gesundheitsfonds. Dadurch wird den Krankenkassen ein bürokratisch aufwendiges Verrechnungsverfahren erspart.

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü